Rund viereinhalb Kilometer lang ist die Strecke vom östlichsten bis zum westlichsten Badeplatz in Bregenz. Von der Stadtgrenze zu Lochau bis zur Mündung der Bregenzerach bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, den See zu genießen – sowohl im Wasser als auch an Land. Wir haben vier Orte etwas genauer unter die Lupe genommen.

Seit sie Mutter zweier Töchter ist, führt jeder Weg zum See für Eva Eiler ins Strandbad. Die gebürtige Bregenzerin wohnt in Innsbruck und kehrt etwa einmal pro Monat in ihre Heimat zurück. Bei der genauen Standortwahl im Strandbad hat die Familie eine Präferenz: „So nah wie möglich am See soll es sein, denn ihn vermissen wir in Innsbruck schon“, sagt sie mit einem Lächeln. Weitere Vorteile sind hier die Baby- und Kinderbecken. Ihr Mann Jürgen ist mit seinem Stand Up Paddle Board unterwegs. Sehr gut kommen bei den fünf und sieben Jahre alten Kindern die weiteren Vorzüge des Bades an. Dazu zählen der sonnengeschützte Spielplatz, der Kiosk, der Eis-Stand – und nicht zuletzt die Toiletten, wie sie lachend verrät. Größere Besucher zieht es auch zum Beach-Volleyball-Platz oder an die Tischtennisplatten im Eingangsbereich.

Ein Pärchen sonnt sich auf der Terrasse der alten Mili Ein Pärchen sonnt sich auf der Terrasse der alten Mili

Fünf Fahrradminuten vom Strandbad entfernt liegt mit dem Yachthafen ein weiterer favorisierter Badeplatz der Einheimischen. Aus dem Stadtzentrum kommend, geht es am Kloster Mehrerau vorbei und nach einer kleinen Brücke direkt rechts. Mitten im Naturschutzgebiet ist dieser Ort eine gut erreichbare Oase der Ruhe. Zur einen Seite schweift der Blick auf den gesamten Pfänderrücken, zur anderen Seite öffnet sich das weite See-Panorama. Vier mächtige Linden spenden den wenigen Besuchern an diesem heißen Spätsommertag Schatten, während drei Kajakfahrer ruhig vorbeipaddeln. Vom Steinstrand aus gehen einige Schwimmer ins Wasser, am kleinen Leuchtturm übt ein Diabolo-Spieler im Sitzen seine Kunststückchen.

Die Gäste der Bregenzer Campingplätze kennen Neu Amerika schon längst, schließlich liegt das Gebiet nur wenige Meter von ihrem Wohnwagen oder Zelt entfernt. Doch nicht nur sie schätzen diese Gegend, auch Bewohner des angrenzenden Stadtteils Vorkloster. Ein guter Anlaufpunkt für Autofahrer ist der nahe Wocherhafen mit seinem Parkplatz am Ende der Achsiedlungsstraße. Hier, kurz vor der Mündung der Bregenzerach, gibt es einen Kiosk mit zahlreichen Sitzgarnituren und zwei öffentliche Grillstellen. Familien mögen das seicht abfallende Ufer an diesem Kiesstrand. Mitten im Zentrum beginnt die Pipeline Richtung Lochau. Ein Blickfang ist hier der wenige Jahre alte Holzsteg. Für Miriam Berkmann ist dieser Ort erste Wahl: „Meine Kinder haben am Steg einen leichten Einstieg ins Wasser,außerdem treffen sie hier ihre Freunde.“

Die älteste Badeanstalt am Bodensee steht auch hier – die „Mili“, ein Schwimmbad auf Stelzen, das ehemalige Militärbad. Einen weiteren Vorteil der Pipeline sieht Miriam darin, abends einfach sitzen zu bleiben, grillen und den Sonnenuntergang genießen zu können. Hier spürt sie „etwas Meer-Flair“: „Der See hat hier eine gewisse Weite. Von Lindau aus sieht man immer das andere Ufer, hier nicht.“

Der geöffnete EIngang der Mili mit einem Sonnenuntergang dahinter Der geöffnete EIngang der Mili mit einem Sonnenuntergang dahinter

BREGENZERLEBEN 2018

Text: Thorsten Bayer

Bilder: Marina Schedler Photography | Manfred Oberhauser