Anspruchsvolles Musiktheater, beste Unterhaltung für ein großes Publikum und bleibende Momente unter freiem Himmel gehören bei den Bregenzer Festspielen zusammen. Die größte Seebühne der Welt ist Hauptanziehungspunkt des Sommerfestivals, zu dem alljährlich im Juli und August über 200.000 Besucher strömen. Wenn die Sonne langsam im Bodensee versinkt und die Lichter rund um das Ufer erglühen, beginnen für rund 7.000 Besucher spektakuläre Operninszenierungen in außergewöhnlichen Bühnenbildern.

Opernkulisse

Wenn der Blick des Zuschauers nach links und rechts schweift, fällt ein anderer entscheidender Faktor ins Auge: die Natur mit ihren nahen Alpengipfeln und dem Vorarlberger Bodensee. Urbanes Flair und die entspannte Stimmung eines lauen Sommerabends machen das Erlebnis Seebühne komplett. Eine neugierig vorbeischwimmende Entenfamilie passt da bestens ins Bild. „Festspiele wie diese sind eine ideale Einstiegsdroge“, befand die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Und das ZDF heute journal titelte: „Für ein paar Wochen im Sommer ist Bregenz eben immer auch ein bisschen Hollywood.“

Spiel auf dem See Carmen

2017 und 2018 gibt es auf der Bregenzer Seebühne ein Wiedersehen mit einer von allen begehrten Frau: Carmen. Die gleichnamige Oper von Georges Bizet wurde zuletzt in den Jahren 1991 und 1992 als Spiel auf dem See gezeigt, nun kehrt sie in einer Neuinszenierung an den Bodensee zurück. Bizets mitreißende Musik mit ihren spanisch anmutenden Klängen eroberte die Welt: Carmens „Habanera“ und „Seguidilla“ sind ebenso wie Escamillos „Couplet“ in aller Ohren. Carmen fasziniert die Wachsoldaten in ihrem Alltag. Eigentlich soll sie nach einer Auseinandersetzung von Don José verhaftet werden, doch die Schöne wickelt ihn mit ihrer faszinierenden Art um den Finger. Für seine Schwäche wird Don José eingesperrt, kommt aber schnell wieder frei. Die Blume, die Carmen ihm zugeworfen hat, versteht er als Zeichen ihrer Liebe und träumt von einer gemeinsamen Zukunft. Er verschanzt sich mit ihrer Schmugglerbande, überhört Micaëlas mahnende Worte und sieht sich selbst dem stolzen Stierkämpfer Escamillo überlegen. Dieser hat aber längst Carmen erobert. Für die französische Oper entwirft die britische Künstlerin Es Devlin das Bühnenbild, die zuvor unter anderem mit Popstars wie U2, Take That, Adele und Kanye West zusammen- gearbeitet hat. Sie wurde 2015 bei den International Opera Awards zur besten Bühnenbildnerin des Jahres gewählt. Die Regie stammt vom Dänen Kasper Holten, Operndirektor am renommierten Royal Opera House in London.

 

Moses in Ägypten als Oper im Festspielhaus

Neben dem Spiel auf dem See gelangt 2017 im Festspielhaus die selten gespielte Oper Moses in Ägypten (Mosè in Egitto) von Gioachino Rossini zur Aufführung. Mit der Wahl des alttestamentarischen Stoffs umging Rossini das Verbot, Opern während der Fastenzeit aufzuführen. Tatsächlich enthält Moses in Ägypten aber sämtliche Zutaten einer großen Oper, vor allem durch die heimliche Liebe des ägyptischen Thronfolgers zu einer Hebräerin. Inszeniert wird das Stück von der Niederländerin Lotte de Beer gemeinsam mit dem Theaterkollektiv Hotel Modern. Mit Christof Hetzer als Ausstatter kehrt der im vergangenen Sommer gefeierte Bühnenbildner von „Hoffmanns Erzählungen“ zurück ins Bregenzer Festspielhaus.