Profitierst du als Musikerin von den Festspielen?
Man profitiert vor allem von den Kontakten, die man knüpft. Ich habe letztes Jahr bei der Premierenfeier gesungen, woraufhin mich einige gefragt haben, ob ich mit ihnen bei der „Club Stage“ auftreten will. Das ist ein Format, bei dem alle, die bei den Festspielen mitwirken, einzeln oder in Gruppen vor öffentlichem Publikum auftreten können. Dabei entsteht ein wunderbar abwechslungsreiches Programm mit Tänzern, Poetry-Slammern, Akrobaten und Musikern.
Du selbst hast letztes Jahr dein erstes Album herausgebracht.
Ja, mit meiner Formation Lintu, was auf Finnisch „Vogel“ heißt. Wir hatten einige Konzerte in Vorarlberg und auch in der Schweiz und Deutschland. Mit meinen Kompositionen bin ich jetzt glücklicherweise bei einem Verlag in München, der sich darum bemüht, Theaterproduktionen zu initiieren, wo ich als Komponistin mitwirke. Im Programm von Lintu gibt es übrigens auch einen Song, der von den Festspielen handelt.
Von den Festspielen allgemein?
Nein, eher von der Zeit „nach Ladenschluss“, also wenn das Publikum gegangen ist und die Künstler das Haus übernehmen. Jeder, der schon mal bei einer Theater- oder Opernproduktion mitgewirkt hat, kennt diese besondere Stimmung, wenn nach einer Vorstellung alle Beteiligten gemeinsam feiern. Der Song hat aber auch eine melancholische Färbung, weil es natürlich immer traurig ist, wenn die Menschen, die man gerade erst kennengelernt hat, Bregenz im Spätsommer wieder verlassen. Aber die nächsten Festspiele sind dann zum Glück meist schneller da, als man glaubt. Und auf den Urlaub freut man sich nach zwei so intensiven Monaten natürlich auch.