„Aber sollte man nicht doch noch ein bisschen fahren?“ fragten sich der Bürgermeister Erich Schäffler aus Bezau, sein Freund Hans Meusburger und ein paar andere. Weil es keine Lok mehr gab, stellten sie einen alten Öltankwagen auf Eisenräder und nannten das Ungetüm HANSERICH. Für jede Ausfahrt zahlten sie behördliche Strafen, bis sie 1985 den Verein Bregenzerwaldbahn-Museumsbahn gründen – mit dabei: Jakob Bobleter. Sie kämpften um jeden Meter Gleis. Sie legten sich mit Bürgermeistern an, verloren nach Jahren den Kampf um den Bersbucher Wald, sortierten in mühsamer Handarbeit 800 brauchbare Schwellen aus einem gigantischen Haufen, frästen Schienen in Asphalt und schafften es mit unvorstellbarem Aufwand, die U24 und die U25 wiederzubekommen. Keiner nahm sie ernst. Bis 1999 nach Dauerregen die Sporeneggbrücke einstürzt. Als die Brücke ein Jahr später wieder stand, wuchs der Respekt. Immer mehr Touristen kamen und aus einer Idee wurde ein Hit: die erste Fahrt 1995 mit Nikolaus, Glühwein, Wurst und Brot in einem unbeheizten, unbeleuchteten Zug war nach wenigen Stunden ausgebucht. Drei Winter später wünschten sich manche eine „Einbremsung der Nikolaus-Euphorie“.
Inzwischen hat jeder verstanden, dass die Museumsbahn ein attraktiver Tourismusbetrieb ist. Seit 2014 ist Walter Rüf Geschäftsführer. Er hat tiefen Respekt vor dem, was der Verein leistet. Immer noch erinnert er sich, wie er als Kind auf der Holzbank saß und mit der Lederschlaufe am Fenster spielte, den Geruch nach Öl, Kohle und Ruß in der Nase.
Zwischen Doren und Kennelbach holte sich die Natur die alte Trasse zurück. Wo einst die Bahn dampfte, blieb ein zauberhafter Trampelpfad durch ein Paradies.